Die Geschichte der USA ist eine Geschichte (ein)wandernder Menschen aus allen Ländern der Erde, die angetrieben von Sehnsüchten, Wünschen, Hoffnungen immer weiter in den Westen zogen, um dort ihr Glück zu suchen. So auch zur Zeit des Goldrauschs, als ganze Scharen von Glücksjägern nach Kalifornien zogen, um dort ihr Glück in Form von Nuggets und Goldstaub zu finden. …und oftmals merken mussten, dass ihnen andere Zutaten zum Glück nach wie vor fehlten.
In der Western-Musical-Komödie “Paint Your Wagon / Westwärts zieht der Wind” von 1969 ist es den (ausschließlich männlichen) Bewohnern einer über Nacht entstandenen Goldgräber-Stadt schmerzhaft klar, was ihnen zu ihrem Glück fehlt:
Frauen!
Denn es gibt dort einfach keine, und auch als ein vorbeireisender Mormone eine seiner beiden Frauen (gegen einen guten Preis) abgibt, ist der Mangel an weiblicher Bevölkerung in “No Name City (Population: male)” nach wie vor schmerzhaft spürbar. Also beschließen die Männer, diesem Missstand Abhilfe zu schaffen, auf die gleiche Weise, wie es schon die alten Römer taten: sie rauben sich welche!
Lee Marvin, Clint Eastwood und Sean Seberg waren die Hauptdarsteller*innen dieses ungewöhnlichen Westerns, und liehen ihm auch (zumindest größtenteils!) ihre (mehr oder weniger wohlklingenden) Gesangs-Stimmen…
Kürzlich erreichte die Nachrichten eine traurige Meldung: am 16. September 2025 ist Robert Redford im Alter von 89 Jahren verstorben. Schauspieler, Regisseur, Produzent, Umweltschützer, Festival-Gründer… Robert Redford hat in seinem langen Leben und seiner langen Karriere nicht nur Hollywood auf vielfältige Weise bereichert.
Wir nehmen das zum Anlass, einen seiner frühen Filme zu besprechen, einen ganz besonderen Film, einen der vielleicht bekanntesten aus seiner langen Filmografie, mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch den allerersten Film mit Robert Redford, den Felo je gesehen hatte, ein Film von Sabines persönlicher Liste an Lieblings-Heist-Filmen, ein Film, der schon lange auf unserer Besprechungs-Liste steht:
Die Gauner-Komödie “Der Clou / The Sting” aus dem Jahr 1973 mit Robert Redford, Paul Newman und Robert Shaw in den Hauptrollen.
Ganz einfach: der taucht urplötzlich und (für mich) überraschend in einer nagelneuen Netflix-Serie auf, auf der Suche nach einer Toilette:
“The Four Seasons” ist eine Beziehungskomödien/Drama-Miniserie über drei befreundete Paare mittleren Alters, die sich in regelmäßigen Abständen zu gemeinsamen Urlauben treffen, und dabei so alle möglichen Situationen und Stationen Ihrer diversen Beziehungen durchleben.
Außerdem ist die Serie ein Remake des gleichnamigen Films von 1981, der von niemand anderen stammte als eben von Alan Alda.
Damit schließt sich der Kreis, und ich erzähle Euch in dieser halb-spoilerfreien* Solo-Folge ein wenig über “The Four Seasons” – die Netflix-Serie, nicht den Film.
(* HALB-spoilerfrei deshalb, weil ich bislang nur die erste Hälfte (und damit die ersten beiden Jahreszeiten) der insgesamt 8 Episoden gesehen habe, und so Euch und mir die mögliche Vorfreude auf den Rest der Serie (also Herbst und Winter) nicht verderben kann. Frühling und Sommer dagegen, die ersten vier Episoden, werden massiv bespoilert! Ihr seid hiermit gewarnt.)
…erzählt die Geschichte des ersten großen Flug-Wettkampfs, einem vergleichsweise friedlichen Kampf, ausgetragen von tollkühnen Flug-Pionieren aus aller Welt – nur wenige Jahre, bevor die Welt tatsächlich in ihren ersten Großen Krieg eintrat und die Luftschlachten um einiges weniger spaßig werden sollten. 1910, so berichtet uns der Film, traten sie gegeneinander an, die tollkühnen Männer aus aller Welt, um in ihren fliegenden Kisten die unglaubliche Strecke von 344 km (Luftlinie!) zurückzulegen, in einem Wettflug von London über den Ärmel-Kanal bis nach Paris!
Wer sich noch an die M*A*S*H-Ausstrahlung auf Kabel 1 erinnert, wird auch noch mit möglicherweise einigem Grausen an den Begriff “Military Comedy“ denken. Denn unter diesem unsäglichen Schlagwort stellte der Privatsender in den Neunzigern die Serie ins Programm, zusammen mit einer anderen Serie (zu der das unsägliche Schlagwort in seiner ganzen Unsäglichkeit schon besser passte.)
Damit wir dabei nun nicht ewig nur an M*A*S*H und einen Käfig voller Helden denken müssen, wollen wir im Sumpf noch ein paar weitere Beispiele an Military Comedy unter die Lupe nehmen, um diesen verunglimpften Ausdruck vielleicht wieder etwas zurück zu verglimpfen.
Den Anfang mir mit Blake Edwards’ 2.-Weltkriegs-Komödie “Unternehmen Petticoat (Operation Petticoat)” aus dem Jahr 1959, das zwar nicht in einem Armee-Lazarett auf dem Festland spielt, sondern in einem Marine-U-Boot im Pazifik, das aber ansonsten einige Gemeinsamkeiten mit M*A*S*H aufweisen kann…
Wenn irres Gelächter durch den Sumpf hallt, befinden wir uns entweder im Geheimlabor eines wahnsinnigen Wissenschaftlers (beispielsweise Dr. What) – oder wir beschäftigen uns mit Kult-Komödien, die uns – ähnlich wie M*A*S*H – über lange Zeit begleitet und begeistert haben.
Die erste Komödien-Filmreihe, mit der wir uns in diesem Sinne beschäftigen wollen, ist durch ähnliches irres, wenn auch deutlich dreckigeres Gelächter bekannt geworden (der schmutzigen Lache eines schmutzigen alten Mannes):
Die britische Carry On-Filmreihe – oder wie sie bei uns bekannt wurde:
Ist ja irre!
Ob als Taxifahrer, Polizisten, französische Kopfabschneider, Ärzte, Soldaten, Camper, Lehrer oder Fremdenlegionäre, die stets wechselnde, und doch immer wiederkehrende Carry On-Truppe um Kenneth Williams, Sidney James, Hattie Jacques, Joan Sims, Charles Hawtrey, Kenneth Connorund anderen Größen britischer Comedy hat uns in den 80ern und 90ern zu debilem Kichern und Gackern gebracht… aber schaffen sie das heute auch noch?