Totgesagte leben länger… deswegen ist Henry, kaum dass wir ihn in der letzten Folge betrauert haben, schon wieder zurück und kann seine beklagenswert mangelhaften Führungsqualitäten unter Beweis stellen, wenn ein kompetenter Umgang mit Mobbing dringend vonnöten wäre.
Denn nicht nur, dass Major Burns im OP seine Unfähigkeit auf eine der Schwestern abwälzt, auch Hawkeye und Trapper, im Gegensatz zu Frank Burns zwei ausgewiesene Sympathieträger der Serie, spielen bei dem Mobbing-Spiel fleißig mit, frei nach dem scheinheiligen Motto: Mobben ist doch wohl in Ordnung, solang man Mobber mobbt – oder etwa nicht??!
Franks beklagens- und anprangerns-wertes Verhalten ist M*A*S*H-Kennern altbekannt und nur zu vertraut, dass aber Hawkeye (gerade der!) und Trapper in ähnlicher Weise schlecht dastehen könnten, kann bei Fans der Serie Irritation hervorrufen, schließlich dürfen Helden-Standbilder nicht beschmutzt werden (das muss nicht nur Radar lernen!)
Wir machen uns nicht nur die Finger schmutzig, sondern auch besagte Standbilder, und beschäftigen uns mit einer Episode aus der 1. Staffel, die bei vielen Fans allgemein als die schlechteste der Serie gilt und auch bei den Akteur*innen sehr unbeliebt war – hatte sie ihre Charaktere doch in sehr Charakter-untypischem Licht dastehen lassen (was zwar auf den ersten Blick fast so wirkt, dann aber doch nicht dasselbe ist wie das, was wir an der Episode anzuprangern haben):
“Gier, Angst und noch mal Gier / Major Fred C. Dobbs”
…eine Episode, in der unserer Meinung nach viele der Charaktere erschrecken mehr in- als out-of-character sind, wobei allerdings dabei eher die unerfreulichen Seiten ihres Charakters im Vordergrund stehen.
Viel Spaß (sofern man bei so einem Thema Spaß empfinden kann) an einer launigen Outdoor-Aufnahme am Rhein mit viel Hinter-, Vorder- und Nebengrundgeräuschen und Abschweifungen.
…jede Menge Abschweifungen!!
Es plauderten entspannt im Grünen: Felo (l.) und Tobi (r.)
Jede TV-Serie hat ihre ganz besonderen Episoden, diese speziellen Episoden, die, wenn sie nicht gar Fernseh-Geschichte schreiben, dann doch innerhalb des Serien-Cosmos eine ganz eigene, außergewöhnliche Stelle einnehmen.
M*A*S*H ist da keine Ausnahmen – wenn überhaupt, dann in dieser Hinsicht sogar eher die Regel.
Eine dieser besonderen Episoden, dieser Zäsuren innerhalb der Serie, nach der nichts wieder war wie vorher, war das Finale der 3. Staffel, “Abyssinia, Henry”, die 1975 etwas ganz unerhörtes mit einem ihrer Haupt-Charakter machte: Nicht nur, dass man mit dem leicht trotteligen Lager-Commander des 4077sten einen der Publikumslieblinge aus der Serie ausscheiden ließ, die Art, wie Henry Blake den Korea-Krieg, und damit die Serie M*A*S*H verließ, machte allen (den Zuschauern sowie Cast und Crew) klar, dass es hier kein Zurück mehr gab…
Wir reden heute heute über eine der wichtigsten und berüchtigtsten Stellen aus M*A*S*H:
Der Rote Faden führt uns heute vom nebligen, kalten, grauen England auf in die sonnigen, grünen, musikdurchfluteten Gefilde von Pepperland!
…das heißt, falls dieser harmonische Luftkurort unter dem Meer nicht soeben vom bösen, Musik-hassenden Nachbarn überfallen worden wäre und nun eine ziemlich trostlose, graue und öde Existenz fristen müsste!
Also besteigen wir, bzw. die Beatles (bzw. deren gezeichnete Alter Egos (während die echten Beatles stattdessen lieber in ganz andere sonnige Gefilde aufbrachen)) ein zur Hilfe ausgeschicktes gelbes U-Boot und eilen flugs zur Rettung!
Der Zeichentrickfilm “Yellow Submarine” von 1968 gilt als ein psychedelisches Meisterwerk, das lange besonders in Drogen- und Hippie-Szenen beliebt war und seit langem auch einen festen Platz in der Popkultur gefunden hat – auch wenn es fraglich ist, wie viele Leute den (ganzen) Film tatsächlich gesehen haben.
Wir jedenfalls haben!
…und reden heute in unserem kleinen, (grün-)gelben Podcast-U-Boot darüber.
Wir begeben uns im Sumpf des Verbrechens von einer Metropole in die nächste: von London nach New York – und werden Zeuge, wie vor unseren Augen (und unter der Erde) ein geradezu wahnwitziges Verbrechen vollführt wird:
Die Entführung einer U-Bahn!
Was (zumal für einen versierten U-Bahn-Fahrgast) wie ein Witz erscheint, ist bitterer Ernst (wenn auch nicht ganz ohne trockenen Humor): in dem Thriller “Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3” von 1974 kidnappen vier schwer bewaffnete Männer einen New Yorker U-Bahnzug samt Fahrgästen und verlangen 1 Million Dollar für das Leben der Geiseln.
Robert Shaw als Entführer Mr. Blue und Walther Matthau als U-Bahn-Polizist Lt. Garber brillieren in diesem Thriller (der 2009 mit John Travolta und Denzel Washington in den entsprechenden Rollen neu verfilmt wurde.)
Wir besprechen in dieser Folge das Original von 1974, ziehen aber auch Vergleiche, sowohl zum Remake von 2009, als auch zur Romanvorlage von 1973. (Nur schon mal ein Hinweis vorweg: das Remake kommt dabei deutlich schlechter davon!) Außerdem reden wir über die Höhe der Lösegeldsumme, die Machbarkeit von Lieferfristen, den Sinn von Tarnung, Masken und Verkleidung, die Wirkung des Soundtracks von David Shire, sowie die Kameraführung, Inszenierung, Drehbuch, Schauspiel, New Yorker Schnoddrigkeit und noch so einiges andere…
So fingen sie meistens an, die packenden Krimi-Abende in den deutschen Kinos der 60er Jahre… oder später, im Fernsehen unserer Kindertage… oder noch später, in den 90ern… oder vielleicht auch für diese Folge wirklich erst zum allerersten mal.
Eigentlich war es längst mehr als überfällig: wir beschäftigen uns heute im Sumpf des Verbrechens mit dem Phänomen Edgar Wallace (oder, wie man auch sagen könnte: Deutsche Krimis, die nicht in Deutschland spielen), und haben dafür aus Gründen den vorletzten Film der Rialto-Reihe zur Betrachtung ausgewählt:
Warum wir uns ausgerechnet für diesen Film entschieden haben, der als einer der schlechtesten der deutschen Edgar Wallace Filme gilt, der nicht mal wirklich auf einem Roman von Edgar Wallace basiert (zumindest nicht direkt) und dem augenscheinlich auch alle wichtigen typischen Merkmale eines echten Edgar Wallace Films zu fehlen scheinen… ja, warum?
Die Geschichte der USA ist eine Geschichte (ein)wandernder Menschen aus allen Ländern der Erde, die angetrieben von Sehnsüchten, Wünschen, Hoffnungen immer weiter in den Westen zogen, um dort ihr Glück zu suchen. So auch zur Zeit des Goldrauschs, als ganze Scharen von Glücksjägern nach Kalifornien zogen, um dort ihr Glück in Form von Nuggets und Goldstaub zu finden. …und oftmals merken mussten, dass ihnen andere Zutaten zum Glück nach wie vor fehlten.
In der Western-Musical-Komödie “Paint Your Wagon / Westwärts zieht der Wind” von 1969 ist es den (ausschließlich männlichen) Bewohnern einer über Nacht entstandenen Goldgräber-Stadt schmerzhaft klar, was ihnen zu ihrem Glück fehlt:
Frauen!
Denn es gibt dort einfach keine, und auch als ein vorbeireisender Mormone eine seiner beiden Frauen (gegen einen guten Preis) abgibt, ist der Mangel an weiblicher Bevölkerung in “No Name City (Population: male)” nach wie vor schmerzhaft spürbar. Also beschließen die Männer, diesem Missstand Abhilfe zu schaffen, auf die gleiche Weise, wie es schon die alten Römer taten: sie rauben sich welche!
Lee Marvin, Clint Eastwood und Sean Seberg waren die Hauptdarsteller*innen dieses ungewöhnlichen Westerns, und liehen ihm auch (zumindest größtenteils!) ihre (mehr oder weniger wohlklingenden) Gesangs-Stimmen…
Schlechte Filme gibt es viele, schlechteste Filme aller Zeiten jedoch nur einen – zumindest kann nur jeweils einer die vielen Listen anführen.
Und ein Film, der regelmäßig unter den Spitzenreitern (wenn nicht gar mindestens genau so oft an oberster Spitze) landet, wenn nach dem schlechtesten von allen gesucht wird, ist das 1966er Machwerk von Harold P. Warren:
“MANOS – The Hands of Fate”
Ein Film, der nahezu jegliches Können irgendwelcher Art vermisst, sei es aus technischer, handwerklicher oder künstlerischer Sicht, ein Film, der lediglich aufgrund einer Wette produziert wurde, ein Film, der so schlecht war, dass die Crew sich während der Premiere aus dem Kino-Saal gestohlen hat, ein Film, der das Prädikat “Horror-Film” eigentlich nur im übertragenen Sinn verdient – auch wenn die Story zumindest die eines klassischen Horror-Films zu sein scheint:
Ein Ehepaar, komplett mit Tochter und Pudel, verfährt sich auf der Suche nach ihrem Urlaubs-Domizil in der Wüste von Texas, landet in einem mysteriösem Haus im Nirgendwo, wo sie sich den Nachstellungen eines noch mysteriöserem Haus-Wächters erwehren müssen und in die Fänge eines satanischen Kultes geraten.
An und für sich ein handfester Stoff für einen ganz herkömmlichen Horror-Streifen. Jedoch hat Harold P. Warren, seines Zeichens Handelsvertreter für Düngemittel und Laien-Darsteller aus El Paso, in Personal-Union als Produzent, Regisseur, Drehbuch-Autor, Hauptdarsteller, Synchronsprecher und was sonst noch so alles anfiel, aus diesem Stoff einen Film geschaffen, der so unglaublich schlecht war, dass er (zu Recht) lange verschollen war, bis er irgendwann wieder entdeckt und (ebenfalls zu Recht?) zum Kultstreifen avancierte.
Damals, in der guten alten Zeit, als Familien noch intakt waren, DVDs noch lange, aufwendige Menüs… nein, als Serien noch im Fernsehen liefen und als besagte intakte Familien mit dem Planwagen gen Westen zogen…
Damals war die Welt noch in Ordnung, schön und heil.
Und mit einer dieser Serien, denen man (zu Recht? zu Unrecht?) eine Schöne-heile-Welt-Darstellung aus diese guten, alten Zeit nachsagt nachsagt, beschäftige wir uns heute:
“Unsere kleine Farm / Little House on the Prairie”
Wirhaben die Serie in ihren persönlichen Vergangenheiten oft… vielleicht sogar sehr oft gesehen, denn schließlich lief sie in gefühlten endlosen Wiederholungen seit den Siebzigern im Fernsehen, wir sind aber erst kürzlich auf etwas gestoßen, das hier in Deutschland relativ unbekannt sein dürfte:
Der Pilotfilm zur Serie, der einen ganz eigenen Ton anschlägt und mitunter (und zwar nicht unbegründet) wie ein Prequel wirkt. Denn anders als in der Serie, die in und um den kleinen Ort Walnut Grove in Wisconsin spielt, handelt der Pilotfilm davon, wie die Familie Ingalls, lange bevor sie nach Wisconsin kamen, sich ein Heim auf der einsamen Prärie mitten in Kansas schuf.
Ein harscher Wind weht durchs winterlich-kalte Korea… oder war es doch das sommerlich-sonnige Kalifornien?
Egal, ein Sturm zieht auf, und das 4077ste M*A*S*H wird Wetter-fest gemacht (was nicht ohne Verluste in den Reihen der Schwestern und Meerschweinchen vonstatten geht), während der vornehme Major Charles Emmerson Winchester III den weitaus weniger vornehmen Corporal Klinger dazu bewegt, ihn im Jeep nach Seoul zu kutschieren, damit er seinen Flug zum vornehmen Urlaub in Tokyo noch erreicht.
Ob das mal gut geht?
Wir reden (aus Gründen) heute über die Episode “They Call The Wind Korea / In vornehmen Kreisen” aus der 7. Staffel von M*A*S*H (und auch darüber, warum die so heißt.)
Robert Redford und Paul Newman waren zuletzt als charmantes Gauner-Paar im Clou zu Gast im Sumpf des Verbrechens, heute besprechen wir wieder einen Film, in dem sich die beiden Hollywood-Stars schon einige Jahre zuvor als Zwei Banditen zusammen getan hatten – diesmal nicht im Chicago der Dreißiger, sondern im ausgehenden Wilden Westen: