Wenn irres Gelächter durch den Sumpf hallt, befinden wir uns entweder im Geheimlabor eines wahnsinnigen Wissenschaftlers (beispielsweise Dr. What) – oder wir beschäftigen uns mit Kult-Komödien, die uns – ähnlich wie M*A*S*H – über lange Zeit begleitet und begeistert haben.
Die erste Komödien-Filmreihe, mit der wir uns in diesem Sinne beschäftigen wollen, ist durch ähnliches irres, wenn auch deutlich dreckigeres Gelächter bekannt geworden (der schmutzigen Lache eines schmutzigen alten Mannes):
Die britische Carry On-Filmreihe – oder wie sie bei uns bekannt wurde:
Ist ja irre!
Ob als Taxifahrer, Polizisten, französische Kopfabschneider, Ärzte, Soldaten, Camper, Lehrer oder Fremdenlegionäre, die stets wechselnde, und doch immer wiederkehrende Carry On-Truppe um Kenneth Williams, Sidney James, Hattie Jacques, Joan Sims, Charles Hawtrey, Kenneth Connorund anderen Größen britischer Comedy hat uns in den 80ern und 90ern zu debilem Kichern und Gackern gebracht… aber schaffen sie das heute auch noch?
Angeblich sind wir ja irgendwann mal ein M*A*S*H-Podcast gewesen… dieses Gerücht hält sich zumindest hartnäckig.
Also gut, reden wir mal wieder über M*A*S*H…
Olfaktorische contra akustische Kriegsführung – oder genauer gesagt: Gestank und Lärm als Waffen in einem Kleinkriegs-Nebenschauplatz am Rande des Korea-Kriegs, darum dreht sich die heutige Folge.
Zusammen mit Gregor(Nein, ich weiß NICHT, wie Gregor riecht, denn wir haben vorbildhaft distanziert aufgenommen; aber ich vermute: ambrosisch! (Anm. d. Autors)) unterhält sich Felo heute über eine M*A*S*H-Folge, die 15. (oder 16.) aus der 6. Staffel:
Wir begeben uns wieder einmal in Den Sumpf des Verbrechens und begleiten einen der illustresten Verbrechensbekämpfer aller Zeiten von New York aus um die ganze Welt:
Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen, genannt Die Denkmaschine, Universal-Wissenschaftler von Weltruf und einer der (geistig) größten und bedeutendsten (Amateur-)Kriminologen (NICHT Privatdetektiv!) des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts – nebst seinem weitaus weniger bedeutsamen (aber nicht unwichtigem) treuen Begleiter, Assistenten, Chauffeur, Vorleser, Laufbursche, Mann fürs Grobe, Chronisten und bestem Freund Hutchinson Hatch, rasender Reporter vom Daily New Yorker.
Wie? Nie davon gehört?
Dann habt Ihr offensichtlich noch nie die Professor van Dusen-Hörspiele von Michael Koser gehört, und es ist an der Zeit, dass wir diese beklagenswerte Wissenslücke für Euch stopfen.
Links:
Jaques Futrelle (der geistige Vater von Professor van Dusen)
Michael Koser (der geistige Adoptiv-Vater von Professor van Dusen)
Zwischen den Tagen, wurde uns mal nachgesagt, sollen wir ja angeblich immer die besten Folgen parat stellen, Folgen, die echte Connaisseuse am meisten zu schätzen wissen, Folgen zum reinen Genießen, die Sahnestücke unserer podcasterischen Kunst gewissermaßen.
Das stimmt natürlich.
Gewissermaßen.
Manchmal.
Oder öfter auch mal nicht…
Eigentlich nämlich…
Also, dieses Jahr beispielsweise (wie auch in den Jahren zuvor) schneiden wir einfach die Outtakes vom letzten Vierteljahr zu einem großen Patchwork zusammen, als podcasterische Resteverwertung, und stellen sie online, in der wagen Ahnung, dass zwischen Weihnachten und Neujahr eh keiner mehr so richtig aufmerksam zuhört, weil alle so sehr mit Verdauen beschäftigt sind.
Da kann man dann auch einfach mal sagen was man penis.
Einige der Gesichter hinter einigen der Stimmen hinter einigen der Outtakes des letzten Vierteljahres…
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… Dann steht der Weihnachts-Alptraum vor der Tür.
Der übliche Weihnachts-Alptraum, bestehend aus Verdauungsstörungen, Verwandtschaft-Besuchen und “Wir schenken uns dieses Jahr nichts gegenseitig”-Fallen, das alles sollte eigentlich nicht Thema dieser Folge sein, denn wir beschäftigen uns dieses Jahr zur Vorweihnachtszeit mit einem Alptraum der etwas anderen Art:
Tim Burton’s THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS
Gregor und Felo unterhalten sich über den bekannten Stopmotion-Film von 1993, über eigene (verkleidet-als-)Nikolaus-Erfahrungen und über eine als Weihnachtsmann verkleidete, in Handarbeit Bild für Bild animierte Halloween-Weihnachts-Schreckgestalt.
Damit geht sie jetzt zum 3. mal neu an den Start, diesmal bekommt sie sogar eine Nullnummer! (Da es die 2 male davor keine gab, zählt das, finde ich auch!)
In Zukunft werden hier also keine Selbstbetrachtungen über Kaffee, Krebs und Kirchenbasare (als ob ich schon jemals über Kirchenbasare geredet hätte!) mehr den Sumpf verstopfen, stattdessen werden wir wieder wie gewohnt stringent, strukturiert und disziplinier… pfhhrr! Beinahe hätte ich es geschafft, das ohne zu lachen hinzuschreiben.
Die 13 alten Folgen bleiben allerdings hier im Sumpf, da fühlen sie sich wohl, die könnt Ihr also gerne hier immer wieder und wieder anhören. Wenn Ihr allerdings lieber meinen neuen Selbstgesprächen lauschen wollt, könnt Ihr das ab sofort (und dann hoffentlich einmal wöchentlich, wenn mein Plan aufgeht) hier tun:
Nach 13 Folgen nabelschauender Selbstbetrachtung heißt es jetzt wieder:
Willkommen im Sumpf… im Sumpf des Verbrechens!
Wir versumpfen in dieser Folge endlich wieder genüsslich in knallbunter Popkultur – und knallbunter hätte es auch kaum werden können, denn wir betrachten den Film “Dick Tracy” von 1990. In wichtigen (und unwichtigen) Rollen Warren Beatty (der auch Regisseur und Produzent war), Al Pacino, Madonna, Dustin Hoffman – und Colm Meany.
Film noir in Farbe (und bunt!)
Dick Tracy, seines Zeichens Comic-Gesetzeshüter, jagt seit den 1930ern Verbrecher in den Straßen von (Comic-)Chicago. Zuerst in einem von Chester Gould erdachten und gezeichneten Comic-Strip, erschienen in einer Chicagoer Zeitung, bald schon landesweit in den USA als beliebte Comic-Reihe (die bis heute fortgesetzt wird), später als Kino-Serial, Zeichentrick-Serie, Fernseh-Film und 1990 als farbenfrohe Blockbuster-Comic-Verfilmung.
Die Bekanntheit, die Dick Tracy in den USA genießt, konnte in Deutschland damals kaum erwartet werden, und nicht zuletzt deshalb hat wohl auch einer von drei Sümpflingen diesen Film heute zum ersten mal gesehen.
Nach dem hochdramatischen Tiefpunkt der letzten Folge geht es diesmal glücklicher weiter: ich durfte schon nach einer verzweifelten Nacht die Isolierstation verlassen!
Also sitze ich, umtobt von Wind und Wetter (man hört es es!) draußen in der Freiheit (also: im Freien) und schaue den Handwerkern bei ihrem Handwerk zu (man hört auch das!)
Dann wird es überraschenderweise doch noch mal dramatisch, denn: Die Hubschrauber kommen! (Radar lässt grüßen!)
Twisted ToyFare Theatre (Foto-Comics)
Noch überraschender: Ich darf am nächsten Tag sogar schon das Krankenhaus verlassen! Mein Marschbefehl ist da!
Also ziehe ich Resumées und bedanke mich. Bei meinen Ärzt*innen, Pfleger*innen, Freunden und Familie. Und bei Euch Zuhörys, fürs Zuhören und die viele moralische Unterstützung, die ich von Euch allen bekommen habe.
Der 6. Tag meines Krankenhaus-Aufenthaltes bricht an (und damit der 5. nach der OP), und nach einem entspannten (wenn auch OP-bedingt etwas kurzatmigen) nachmittäglichen Selbstgespräch im Krankenhaus-Garten mit Betrachtungen über das ideale Alter von Zimmerkollegen, Chefarzt-Visiten, Kreislaufprobleme, Gnocchi mit Bolognese und eine mögliche Top Ten von Dingen, die aus einem heraus gezogen werden können spitzen sich die Dinge zu…
Ich verbringe eine verzweifelte Nacht in Schrödingers Isolier-Box.
Ob in der Reha oder im Krankenhaus, was ein waschechter Podcaster ist, der podcastet überall – zumindest dieser Podcaster!
Und deshalb habe ich auch während meines jetzigen Krankenhaus-Aufenthaltes wieder Selbstgespräche geführt (und aufgenommen, damit das nicht ganz so seltsam wirkt.)
Es geht im ersten Teil um schlaflose Nächte, Oswald Kolle, unheimliche, leere Räume, kreativ schnarchende Zimmer-Kollegen, Visionen von Schlangen und symbolträchtige Wilsberg-Träume (mit Sicherheits-Abfragen)…
Außerdem: es werden Schläuche gezogen und Körpergeräusche abgegeben! Hörys mit empfindsamen Gemütern sollten beim Zuhören besser weghören… oder laut vor sich hin summen.